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Künstlerische Projektwoche zum Leitbild

 

Können Grundschüler komplexe pädagogische Grund- und Leitsätze ihrer Schule verstehen?

Wissen sie überhaupt, was ein Leitbild ist?

Sind sie in der Lage zu entdecken, was hinter trockenen pädagogisch-didaktischen Formulierungen steckt?

Ist es ihnen möglich sich mit einem Leitbild auseinanderzusetzen und es künstlerisch umzusetzen?

 

Leitbild in Kunst verwandeln?
Leitbild in Kunst verwandeln?

 

Die Grundschule Wössingen wollte das wissen.

In einer Projektwoche haben sich Schülerinnen und Schüler aller Klassen intensiv mit der Übersetzung der im letzten Schuljahr erarbeiteten Leitsätze der Schule beschäftigt. Mit ihren eigenen Worten und ihrem kindlichen Verständnis haben sie sich daran gemacht, die Texte mit Leben zu füllen.

 

Wie ein roter Faden zieht sich das Leitbild durch die Schule
Wie ein roter Faden zieht sich das Leitbild durch die Schule

 

Jede Klasse ist dabei ihre eigenen Wege gegangen. Da gab es keine Vorgaben von Seiten der Schulleitung. Lehrkräfte und Schüler hatten freie Hand.

Das war für alle eine neue Herausforderung und ein bewusst gewähltes Wagnis.

Würden die Kinder die Geduld aufbringen sich 4 Tage lang mit Leitbild und künstlerischen Schaffen zu beschäftigen?

Die Arbeitsatmosphäre während der Durchführung des Projekts zeigte hohe Motivationsbereitschaft aller Beteiligten, viel Aktion und kreative Betriebsamkeit.

 

Kreative Betriebsamkeit
Kreative Betriebsamkeit

 

In der Klasse 1a wurde die Einzigartigkeit jedes Einzelnen in den Fokus genommen. Dazu stellte sich jedes Kind in einer Schachtel dar. Die gemeinsamen Fähigkeiten erarbeiteten sich die Erstklässler mit Collagen. Der respektvolle Umgang und das Wir-Gefühl wurden mit Bewegungen, Skulpturen und Plakaten dargestellt.

 

Anleitungen für Erstklasskünstler
Anleitungen für Erstklasskünstler

 

In der Klasse 1b lag der Fokus auf ICH – DU – WIR. Mit Kunstbeispielen von Keith Haring als Vorlage machten sich die Kinder der 1b an die Arbeit. Sie stellten ihre persönlichen Schätze aus, versuchten ohne Worte Gefühle mimisch darzustellen (Weißclowngesichter) und stellten Fotos davon aus. Ein selbst gebauter „WIR-Turm“ bildete im wahrsten Sinne des Wortes den Höhepunkt der Ausstellung

 

Highlight der Klasse 1b
Highlight der Klasse 1b

 

Die Kinder aus der Klasse 2a haben viel fotografiert und mit der Kamera Menschen und Dinge genau betrachtet und wahrgenommen. Dabei haben sie festgestellt, dass Personen und ihre Dinge gleich sind und doch verschieden. Aber alle haben die gleichen Gefühle und freuen sich, wenn sie beachtet und geschätzt werden. Eine selbstgebastelte Stellwand lud ein, das Grüßen nach Spielregeln zu üben. Die Meinung aller: Für den Anderen nicht Luft zu sein, fühlt sich gut an und macht glücklich.

 

Stühle, gleich und doch verschieden
Stühle, gleich und doch verschieden

 

In der Klasse 2b haben sich die Kinder überlegt, dass es ihnen wichtig ist, einander wahrzunehmen und an ihrer Schule freundlicher miteinander umzugehen.

Hierzu gehört auch, dass man sich freundlich begrüßt, wenn man sich begegnet.

Um an dieses Vorhaben erinnert zu werden, haben sie lebensgroße Figuren aus Holz hergestellt, die mit ausgestreckter Hand an verschiedenen Orten des Schulhauses, täglich darauf hinweisen.

Ebenso wollten sie an zwei Kunstwerken, abstrakt und konkret, zeigen wie sie trotz Unterschiedlichkeiten lernen gut miteinander auszukommen.

 

So geht Begrüßung
So geht Begrüßung

 

Die Klasse 3a beschäftigte sich mit Toleranz, Respekt und Wertschätzung.

Jeden Morgen wurden die Schülerinnen und Schüler mit einer passenden Geschichte zu einem der drei Punkte eingestimmt. Tägliche Gruppenspiele, die nur im Team zu spielen waren, schlossen sich an.

Im Internet machten sich die Kinder kundig und sammelten viele unterschiedliche Gesichter. So waren sie in der Lage zu erkennen, wie vielfältig Menschenkinder aussehen. Es wurde herausgearbeitet, dass alle die gleichen Grundbedürfnisse und ähnliche Gefühle haben. Das zeigten die Drittklässler dann allen, indem sie eine Schablonen-Menschenkette herstellten, deren Mitglieder unterschiedlicher nicht sein können und dennoch eine Einheit bilden - nach dem Motto: Jeder ist anders und doch sind alle gleich. Zusammen sind wir stark.

 

Schablonen - einzigartig
Schablonen - einzigartig

 

In der Klasse 3b wurde eine szenische Darstellung gewählt, um für Toleranz und Wertschätzung aller zu werben. Mit dem gespielten Lied: „Im Land der Rot-Karierten“ zeigten die Kinder eindrücklich, wie weh das Ausgrenzen tun kann und wie dumm es ist. Mit diesem Lied wurde die Vernissage zur Ausstellung eröffnet.

 

Kostüme für den Auftritt: Gestreift, oder kleinkariert?
Kostüme für den Auftritt: Gestreift, oder kleinkariert?

 

Die Kinder der Klasse 4a lernten seit der ersten Klasse nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch unterwegs, um sich vor Ort zu informieren. Diese Lerngänge haben sie auf Plakaten mit Bildern und in Berichten dokumentiert. Aber auch im Klassenzimmer gab es in den vergangenen fast vier Jahren schöne Erlebnisse, die sie zusammengeschweißt haben. Manchmal waren diese auch zum Nachdenken oder traurig.

Wir sind Teile eines Puzzles,

Dazu haben sie sich in Gruppen Spielszenen ausgedacht und Lieder aufgenommen, die während der Ausstellungseröffnung zu hören waren. Liedzeilen stehen unter den Selbstportraits auf einer Litfaßsäule. Daneben finden sich auch selbstgeknotete Freundschaftsbändchen, zu denen sie Freundschaft-Elfchen gedichtet haben.

Als gemeinsames Bild gibt es noch ein WIR-Puzzle nach einem Motiv von Jean Dubuffet. Umgesetzt werden sollte damit folgender Reim:

Wir sind Teile eines Puzzles, eins ganz allein gibt keinen Sinn. Und deshalb bin ich so zufrieden, dass ich in dieser Klasse bin.

 

Die Kinder der Klasse 4b wollten diese Woche nutzen, um Lebenswege zu entdecken und zu planen. Ihr Motto: www.Wir-wählen-Wege. Der Leitsatz: „Wir sind Autoren unserer Lebensplanung“ hat sie sofort angesprochen und ließ ihren Ideen freien Lauf. Sie stellten sich vor, wie sie und ihre Klassenkameraden in 20 bis 30 Jahren leben könnten. Welche Berufe werden sie ausüben? Welche Möglichkeiten bieten sich an? Passende Berufe wurden ausgewählt und Informationen im Internet eingeholt. Auch scheinbar unrealistische Träume durften geträumt werden.

Durch den bevorstehenden Schulwechsel traf das Thema auf großes Interesse der Viertklässler.

Wer hätte das Zeug zum Bürgermeister? Wer tanzt jetzt schon wie eine Ballerina? Wird es eine Richterin aus unseren Reihen geben?

Für die Umsetzung der Ideen und Recherchen in echte Kunstwerke konnten die Kinder verschiedene Techniken an Stationen wählen: Collage, PowerPoint-Präsentation, Fotokunst, Plastik und FotoMorphing standen zur Auswahl. Die entstandenen Kunstwerke zeigten ernste Auseinandersetzung mit der Thematik, aber auch viel Fantasie und Humor.

 

Morphing: Wer wird Bundeskanzlerin?
Morphing: Wer wird Bundeskanzlerin?

 

Ja, die Durchführung der Projektwoche hat allen Schülerinnen und Schülern große Freude bereitet. Dieses Projekt war anspruchsvoll. Es hat viel Arbeit und Überstunden gekostet, aber es hat sich mehr als gelohnt!

Vor der Vernissage zur feierlichen Veröffentlichung des Leitbildes am 15. Februar 2012 waren nicht nur die Kinder sehr aufgeregt.

Schulleiterin, Frau Klaus, konnte zur Begrüßung das Leitbild vorstellen und im Rückblick stolz auf die Leistungen der Schule blicken.

 

Vernissage-Eröffnung durch Schulleiterin, Frau Klaus
Vernissage-Eröffnung durch Schulleiterin, Frau Klaus

 

Herr Bürgermeister Burgey als Vertreter der Gemeinde und der Schulrat Herr Lehrmann als Vertreter des Schulamts, sprachen beide Grußworte. Sie zeigten sich vom Leitbild überzeugt und freuten sich auf die Ausstellung.

 

Herr Bürgermeister Burgey
Herr Bürgermeister Burgey

 

Schulrat, Herr Lehrmann
Schulrat, Herr Lehrmann

 

Ehemalige Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und viele weitere Gäste der Vernissage spendeten dem Lied der Klasse 3a zur Eröffnung viel Beifall. Es erwies sich als Ohrwurm und wurde zum Hit des Tages.

 

Liedvortrag zur Vernissage
Liedvortrag zur Vernissage

 

Nach der Begrüßung stießen alle gemeinsam mit einem Glas Sekt – für die Kinder wurde eigens alkoholfreier Kindersekt besorgt – auf das Leitbild der Schule und dessen künstlerische Umsetzung an.

Zwei Stunden lang besuchten die Gäste die Ausstellungsräume und waren begeistert über Vielfalt, Originalität und Tiefe der künstlerischen Aussagekraft der Exponate.

 

Die Künstlerin erklärt ihr Werk
Die Künstlerin erklärt ihr Werk

 

Um Langeweile vollends auszuschließen, bot das „Atelier“ die Möglichkeit, sich an einem Gemeinschaftskunstwerk zu beteiligen. Alle waren eingeladen ein Puzzleteil dieses Kunstteppichs herzustellen. Vom diesem Angebot wurde reichlich Gebrauch gemacht.

 

Arbeit im Atelier
Arbeit im Atelier

 

Gemeinschaftswerk
Gemeinschaftswerk

 

Das Fazit nach der Projektwoche und der Vernissage lautet:

Die Schüler können das Leitbild der Schule übersetzen, verstehen, darstellen und mit Leben füllen.

Die Veranstaltung selbst war ein Beispiel für die Umsetzung des Leitbilds in vielerlei Hinsicht.

Ohne die organisatorische Unterstützung des Elternbeirats und helfender Eltern, ohne Sponsoren, wie dem Förderverein, der Firmen EDEKA , Dittes und Unterweger wäre die Vernissage nur halb so feierlich geworden. Kulturgenuss gab es nämlich auch aus kulinarischer Sicht mit einem hervorragenden Büfett, wie es sich für eine echte Vernissage gehört.

Wie ein gut funktionierendes Netzwerk aller Beteiligten funktionierte die Zusammenarbeit.

Wer bei der Vernissage nicht teilnehmen konnte, hat die Möglichkeit nach den Fastnachtsferien die Ausstellung im Schulhaus zu bewundern.

Wer das Leitbild der Schule im Einzelnen kennenlernen möchte, kann hier im Flyer zum Leitbild (587 kB) der Grundschule Wössingen nachlesen.

Monika Lüthje-Lenhart

 

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