Die Wössinger Grundschule ist seit gestern "männerfreie Zone". Mit der Verabschiedung von Rektor Wolfgang Dehm verließ der letzte Mann die Schule. Doch nicht deshalb gestalteten Kolleginnen, Schüler und Eltern dem scheidenden Rektor eine bewegende Abschiedsfeier. Im Mittelpunkt der oftmals sehr persönlich gehaltenen Dankesworte stand – mitunder fein umschrieben – die Sorge um seine Gesundheit.
Noch vor einem Jahr, erinnerte die stellvertretende Rektorin Dela Schwäble, habe man sich die Wössinger Grundschule ohne Rektor Dehm nicht vorstellen können. Die Meldung, er werde sich zurückziehen, sei für die Kolleginnen, Schüler und Eltern ein Schock gewesen. Insbesondere im Werkunterricht werde er eine große Lücke hinterlassen.
Mit sehr viel Engagement und Herzblut habe Wolfgang Dehm die Wössinger Grundschule geführt, betonte Bürgermeister Karl-Heinz Burgey. Der "Überzeugungstäter" habe sich nicht nur im Bereich Werken sehr stark eingebracht, sondern auch stark engagiert beim Umbau der Wössinger Grundschule.
Christoph Lang als evangelischer Pfarrer dankte für die Offenheit der Kirche gegenüber. Immer habe man gespürt, daß Religionsunterricht für ihn nicht nur Pflicht, sondern von besonderer Bedeutung gewesen sei. Als eine engagierte Lehrerpersönlichkeit mit sehr viel Einfühlungsvermögen charakterisierte Schulrätin Bärbel Raquet den scheidenden Rektor. Er sei jederzeit Ansprechpartner gewesen, habe jedoch andererseits auch Grenzen gesetzt. Als Lehrer beende Dehm zwar seine Tätigkeit, doch was er als Pädagoge auf den Weg gebracht habe, lebe weiter.
Beruf sei für Dehm jederzeit Berufung gewesen. Das machte nicht zuletzt auch Elterbeiratsvorsitzende Sandra Doll deutlich. Die Schüler hätten sein besonderes Engagement im Werkunterricht genossen. Die Elternbeiratsvorsitzende brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, Dehm werde wenigstens in diesem Bereich wieder zur Verfügung stehen, sobald es ihm gesundheitlich wieder besser gehe.
Die Bereitschaft dazu signalisierte Dehm in seinen Dankesworten für die vielen Zeichen der Wertschätzung. Der Abschied falle ihm mehr als schwehr, meinte Dehm. Lehrer zu sein, sei für ihn eine Berufung gewesen, der er mit Hingabe gefolgt sei. Doch nach vielen Monaten des Hoffens lasse ihm seine Gesundheit keine andere Chance mehr als sich zurückzuziehen. Besonders freute er sich über das Abschiedsständchen, das ihm die amtierenden und gewesenen Rektoren der Nachbarschulen unter der Leitung von Waldemar Skrobanek brachten.
BNN vom 25.02.2006, Arnd Waidelich
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