Am 26.06.2007 machte sich die Klasse 3a unter der Führung von Herrn Dehm auf den Weg Spuren aus der Vergangenheit Wössingens zu erkunden.
Es begann mit einem Rätsel: Peter sagt: „Ich wohne in Wössingen.“ Paul sagt: „Ich wohne in Walzbachtal.“ Wer hat Recht?
Vor 40 Jahren hätte noch keiner diese Frage stellen können, denn da gab es die Gemeinde Walzbachtal noch nicht. Am Rathaus erfuhren die Kinder mehr über die Ortsnamen.
Gegenüber steht der Wössinger Hof, schon seit 300 Jahren. Das Fachwerkhaus war früher ein Bauernhof. In dem kleinen Haus hat der Knecht gewohnt.
Weiter ging es zum Bloo, das Wort bedeutet Platz, denn hier war einmal ein großer Marktplatz.
Hier steht das alte Rathaus von Wössingen, das auch schon 300 Jahre alt ist.
Oben auf dem Dach befindet sich die Dorfglocke, mit der der Bürgermeister die Leute zusammen rief. Sie diente auch als Feuerglocke. Im unteren Stock war zeitweise eine Schule untergebracht. 213 Schüler sollen in diesem Raum von zwei Lehrern unterrichtet worden sein. Nach der Schule war hier eine Bäckerei. Der Spritzenwagen der Feuerwehr war in dem kleinen Häuschen daneben untergebracht.
Herr Dehm wies uns danach auf ein Haus mit blauen Fensterläden hin, das nebenan steht. Die Klasse rätselte, weshalb die Fenster da schon 30cm über dem Boden beginnen. Das war nicht immer so. Der Platz und die Straße waren vor Hunderten von Jahren oft verschlammt, weil hier viele Fuhrwerke nach Bretten zogen. Die Menschen standen tief in der lehmigen Erde, und die Wagen blieben stecken. Deshalb schütteten sie den Weg mit Steinen aus dem Steinbruch einen Meter hoch auf. So kam es, dass dieses Haus nun tiefer lag.
Weiter ging der Rundgang durch Oberwössingen, das bis 1816 von Unterwössingen getrennt war. Daher gab es alles doppelt: Kirche, Schloss. Heute sind davon nur noch Straßennamen übrig geblieben. Wenn Herr Dehm aber von dem alten Wasserschloss erzählte, sah man es fast wieder in den Wiesen stehen. Am Kirchherrnhof, den die Ritter von Remchingen besaßen, stand die Kirche, in die der Pfarrer nur mit einem kühnen Sprung über den damals noch offenen Walzbach gelangen konnte. Im Laufe der Zeit wurde deshalb für ihn die erste Brücke gebaut.
In die Zehntscheune von Oberwössingen musste die Bevölkerung ihre Abgaben für das Kloster Frauenalb bringen.
Da der Himmel sehr bewölkt war, ging es nun im Laufschritt zu der Stelle, die einmal Ober- von Unterwössingen trennte, den Falltorplatz. Die Falltorbrücke wurde abends geschlossen. Die beiden Ortsteile waren zum Schutz vor Dieben, aber besonders vor Wölfen und anderen wilden Tieren von dichten Dornenhecken umgrenzt. An der Getreidemühle vorbei erreichten wir die Stelle, wo in den Sechzigerjahren bei Bauarbeiten der Keller eines römischen Gutshofes entdeckt wurde, die Frühmessgärten.
Diesen Römerkeller werden wir uns nächste Woche im Badischen Landesmuseum ansehen (hier der Bericht dazu).
Birgit Meinzer
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