Klasse 3a züchtet Schmetterlinge

 

Fächerübergreifend hatte sich die Klasse 3a (jetzt Klasse 4a) mit dem Thema Schmetterlinge beschäftigt. Wir lernten die heimischen Arten kennen wie den Admiral, den kleinen Fuchs, das Tagpfauenauge und den Bläuling.

Schmetterlinge wurden gebastelt, gemalt, beschrieben und wir kamen dem „Geheimnis“ der Schmetterlinge auf die Spur und staunten über die Entdeckungen der Forscherin und Künstlerin Maria Sybilla Merian, deren Mitmenschen im Mittelalter noch glaubten, dass Mücken und Raupen aus Schlamm gezeugte „Teufelsbrut“ sei. Auch wurden Fragen rund um den Schmetterling gesammelt und im Internet recherchiert.

Am spannendsten war es aber die Entwicklung von der Raupe zum Schmetterling selbst zu beobachten.

 

 

Die kleinen Raupen kamen per Post in einem durchsichtigen Becher, der genug Nahrung für die fünf kleinen Raupen enthielt, an.

 

 

Woche für Woche haben wir in unserem Beobachtungsbüchlein festgehalten wie die Raupen sich entwickelten.

Ihr Wachstum wurde gemessen, ihre Aktivitäten wie Fäden spinnen, fressen, sich viel oder wenig zu bewegen, sowie die körperlichen Veränderungen wurden genauestens beobachtet und notiert.

 

 

Als die Raupen zur Verpuppung bereit waren, kletterten sie den Becherrand hinauf bis an den Deckel und hängten sich dort umgekehrt, das heißt mit dem Kopf nach unten in der Form eines J auf.

Von nun an brauchten die Puppen mit den Goldspitzen etwa zehn Tage Ruhe für ihre Entwicklung.

 

 

Nachdem sich die Puppen gebildet hatten, war es Zeit sie in den Brutlebensraum zu verlegen. Wir hängten sie vorsichtig etwa 3-4 cm über dem Boden an dem Maschennetz auf. Dabei fingen einige Puppen heftig an sich zu schütteln. Das ist normal und dient der Abschreckung von Feinden.

 

 

Zwei Puppen mussten wir auf den Boden legen, denn sie hatten sich beim Aufhängen nicht gut genug befestigt.

Nun hieß es warten und noch mal warten. Täglich schauten wir nach ob sich etwas veränderte.

 

 

Nach neun Tagen war es soweit: die Puppen veränderten ihre Farbe, sie wurden deutlich dunkler. Das war das Zeichen, auf das wir warteten. Jetzt konnten sie jederzeit schlüpfen.

Schnell bereiteten wir den Brutlebensraum für die neuen Schmetterlinge vor:

Frische Disteln wurden gesammelt und in eine Vase gestellt. Zur Sicherheit der jungen Distelfalter deckten wir die Öffnung der Vase mit Alupapier ab.

 

 

Einer nach dem anderen schlüpfte am zehnten Tag aus seiner Puppenhülle. Die Flügel der frischgeschlüpften Schmetterlinge waren ganz zusammengefaltet und zerknittert. Langsam krabbelten die Schmetterlinge an der Netzwand hoch. Erschöpft vom Schlüpfen gönnten sie sich erst einmal eine kleine Pause. Dann geschah das Unglaubliche: einer nach dem anderen blies seine Flügel auf, indem er Blut in die Flügelvenen pumpte. Nach etwa 1-2 Stunden hatten die Flügel ihre volle Größe erreicht und sich erhärtet. Jetzt waren unsere Distelfalter flugbereit.

 

 

Einige suchten schon bald darauf die Distelblüten zur ersten Nahrungsaufnahme auf.

Am nächsten Tag füllten wir die letzte Seite unseres Beobachtungsbüchleins aus und malten die tollen Flügel des Distelfalters ab.

Dann war der Moment des Abschieds gekommen: wir ließen die Distelfalter auf dem Schulhof in die Freiheit fliegen.

 

 

Antje Seeber

 

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