Die Grundschule Wössingen arbeitet im Anfangsunterricht Deutsch nach dem Prinzip Lesen durch Schreiben.
Die Kinder erlernen Schreiben durch das Verschriften von Lauten.
Schreiben im Sand
Das Wort wird dabei genau abgehört und in seine Laute zerlegt. Nun versuchen die Kinder mit Hilfe des Buchstabenhauses (= Lauttabelle) die gefundenen Laute in Buchstaben umzusetzen.
(aus: Erstlesebuch TINTO, blau, Cornelsen)
Das Lesen lernen die Kinder anhand ihrer eigenen Texte. Natürlich wollen sie wissen, was sie geschrieben haben. So sind sie richtig motiviert das Lesen zu lernen. Im stillen Lesen übertragen sie die Buchstaben eines Wortes nacheinander wieder in Laute. Dabei versuchen sie diese Laute zusammenzuziehen. Das gelingt manchen Kindern relativ schnell, andere brauchen länger. Jedes Kind soll die Zeit bekommen, die es benötigt. Wenn es begreift, was die Buchstabenansammlung bedeutet, liest es laut vor. Ein tolles Gefühl!
In den ersten Wochen wird das Buchstabenhaus allen bekannt gemacht. Die Schülerinnen und Schüler lernen sich darin zu orientieren. Wo wohnt das E wie Esel? Wer wohnt zwischen dem Z wie Zaun und dem N wie Nase?
Im offenen Unterricht ist die Freiarbeit ein wichtiges Ritual an jedem Schultag. Hier dürfen die Kinder frei wählen, welche Aufträge sie übernehmen wollen. Das kann der höchste Turmbau zu Wössingen sein, oder ein Kunstwerk mit Wachsmalstiften. Es darf gestempelt und geknetet, sortiert, geknobelt und gerätselt werden.
Stempeln
Kneten
Ein sehr beliebter Arbeitsplatz ist der Computer, mit dem sie bereits erste Wörter tippen und ausdrucken.
Partnerarbeit am PC.
Der höchste Turmbau zu Wössingen
Moderne Architektur
Manche Kinder bearbeiten ihre Arbeitspläne vom Vortag.
Arbeit am Plan
Die Arbeit am Plan wurde in der ersten Woche eingeführt. Zunächst bekam die Klasse drei Arbeitsangebote, von denen eine Pflicht war, die beiden anderen zur Wahl standen. Wir haben versucht, die Aufgaben so zu stellen, dass jedes Kind eine Wahlaufgabe schaffen konnte. Abwechslung boten hier die „Spielaufgaben“, wie Bingo, Domino und Puzzle, die alle mit dem Buchstabenhaus, dessen Bildern, Lauten und Buchstaben zu tun hatten.
Bingo
Nach so viel Arbeit durften die Kinder am letzten Tag der ersten Woche mit Deckfarben ihren Lieblingsbuchstaben malen. Das hat Spaß gemacht.
Malen
Englisch können die Erstklässler auch schon ein bisschen. „Hello, my name is …. Who are you?“, sagen alle ohne Scheu. Wenn sie auf Englisch gebeten werden, die Tür zu öffnen, tun sie das ohne zu zögern. Das nennen wir Total Physical Response. (Hören, Zuhören, verstehen, reagieren). Alle in der Klasse wissen inzwischen, ob sie ein “boy” oder ein “girl” sind.
In einer Woche so viel gelernt zu haben, ist eine prima Leistung. Das Wochenende haben sich unsere Erstklässler redlich verdient.
Monika Lüthje-Lenhart
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