China ist nicht nur als Land groß. Viele interessante Facetten bietet es als Thema für vertiefende Auseinandersetzungen.
Aber warum kommen ausgerechnet Grundschüler aus Wössingen darauf, sich mit China als Projektthema zu beschäftigen?
Geheimnisvolle Schriftzeichen
In der 3b sind viele Kinder mit sogenanntem Migrationshintergrund. Das ist für die Klasse ein großer Vorteil. Denn diese Kinder sind ausgewiesene Experten, wenn es um das Land geht, aus dem Eltern herkommen. So durften dieses Jahr alle Kinder der Klasse authentische Erfahrungen mit einer ganz fremden Kultur machen. Ein Mitschüler kann Chinesisch schreiben und sprechen, er kennt sich mit Kung Fu aus und war auch schon vor Ort!
Diese Chance durfte sich die 3b nicht entgehen lassen.
Zunächst musste Material besorgt werden. Die Klasse ließ sich eine China-Kiste für Grundschüler mit Kartenmaterial, Literatur, Musik-CDs, einer echten Flagge und Spielen zuschicken. Drei Meter lange Bambusstämme wurden besorgt, Lebensmittel eingekauft und diverse Internet-Links mit vertiefenden Informationen und Anregungen von der Klassenlehrerin zusammengestellt.
Das Öffnen der Kiste war sehr spannend.
Für alle was drin
Jedes Kind durfte sich frei aus der Fülle des Materials etwas heraussuchen, um sich zu orientieren. Eigene geeignete Ausstellungsstücke oder Literatur konnte jeder von Hause mitbringen.
Masken aus China
Schmuck
Tusche-Schreibbesteck
Kartenstudium...
...so groß ist China!
Sachbücher
So moderne Häuser gibt es in China?
Aus der Fülle des Informationsmaterials zeichneten sich sechs unterschiedliche Schwerpunktthemen ab.
Mindmap
| Name: |
Klasse 3b Projektwoche 07.07. - 15.07.2011 | ||
| Projektplan: | "China" | ||
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Wähle dir mindestens eines der Themenbereiche aus, in denen du gerne Experte/in
werden willst. Suche dir einen oder zwei Partner aus, mit dem/ denen du gut zusammenarbeitest. Möglich ist auch, dass du dir mit deinem Partner die Aufgabe aufteilst, sodass jeder selbstständig an seinem Teil arbeitet und ihr dann gemeinsam die Ergebnisse zusammenstellt. Du hast jeden Tag zwei Stunden Zeit. | |||
| Nr: | Wo | Wie | Was |
| N11 |
Alle |
Einführung und Ausstellung |
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| 1. | PC-Raum N 11 |
GA | Themenbereich 1:
China heute
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| 2. | PC-Raum N 11 |
GA | Themenbereich 2: Schule in China
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| 3. | PC-Raum N 11 Küche |
GA | Themenbereich 3: Lebensmittel Was gibt es alles aus China? Wie isst man mit Stäbchen? Wir kochen chinesisch.
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| 4. | N 11 Schulhof |
GA | Themenbereich 4: Spiele und Sport
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| 5. | 3b | GA | Themenbereich 5: Tier und Pflanzen aus China
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| 6. | 3b PC-Raum |
PA | Themenbereich 6: Religion:
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| Hier kannst du testen, ob du Experte/in geworden bist. | |||
Mit einem chinesischen Märchen erfolgte ein anderer Zugang zum Thema.
(Chinesisches Märchen)
Vor langen, langen Zeiten, als die Menschen in China den Ackerbau noch nicht kannten und sich von Jagd und Fischfang nährten, lebten zwei Prinzen, zwei Brüder.
Der ältere war ein großer Kriegsmann, erstürmte Festungen, eroberte Länder und machte viele Gefangene. Das Reich, das er mit seinem Schwerte schuf, bedeckte die halbe Welt, und überall wurden ihm Denkmäler aus Stein und Erz errichtet.
Der jüngere Bruder wollte von Kriegen und Eroberungen nichts wissen. Seine Liebe gehörte der Erde und er lehrte die Menschen, Reiskörner zu pflanzen und zu ernten.
Der ältere Bruder lachte über ihn. "Wie sollen unser Nachkommen dein Andenken ehren", fragte er ihn einmal. "Wenn du keine ruhmreichen Taten vollbringst, kein Land eroberst und keine Reichtümer sammelst?" Der jüngere antwortete: "Es genügt mir, wenn man sich an mich als an den Prinzen Reiskorn erinnert."
"Du bist ein Narr!" rief der ältere. "Man wird dich vergessen und mit Recht. Wir wollen in tausend Jahren wiederkommen und nachschauen, welchen von uns beiden man dann noch kennt."
Der jüngere Bruder war damit einverstanden, und sie dachten an ihre Versprechen bis an ihr Lebensende. Als nach ihrem Tode tausend Jahre um waren, trafen sie sich, wie sie es verabredet hatten, wieder auf der Erde.
Und siehe da! Das Schwert, mit dem der ältere Prinz so viele Siege errungen hatte, war verrostet, sein großes Reich war zerfallen, und kein einziges Denkmal stand mehr an den Straßen oder in den Städten. Der Reis aber, dessen Anbau der jüngere Bruder gelehrt hatte, wuchs auf allen Feldern und verkündete mit seinem Namen den Ruhm des Prinzen.
Weiteres Standbein des Projekts war die Inszenierung Tanz des Löwen, ein kreativer Programmpunkt, der sich als Beispiel alter chinesischer Tradition in das Projekt einfügte.
(Quelle: Grundschule Kunst 43/ 2011, Friedrichverlag, Seelze)
So kam es, dass die Kinder eine Woche lang einen halben Schultag lang am selbstgewählten Schwerpunktthema arbeiteten und in der zweiten Hälfte Löwenköpfe modellierten, Betttücher als Löwenkörper bemalten und eine Choreographie des Löwentanzes in eigener Regie erarbeiteten.
Internetrecherche zum Pandabär
Das wird ein Löwenkopf, erste Phase
Kleister
Löwenkopf, zweite Phase
Löwenkörper
Kopf und Körper
Ein sehr vielfältiges Aufgabenangebot stand also zur Verfügung.
Internetrecherche zu chinesischen Redewendungen
Zen-Garten schauen
Zen-Garten bauen
Bambus verknüpfen
Tangram-Aufgaben lösen
Nachdenken und kombinieren
Chinesische Schrift
Tischtennis
Folglich war es nötig, dass die Arbeitsgruppen/ Partner sich immer wieder über den Stand der Arbeit gegenseitig informierten und die Ergebnisse einander präsentierten.
Zen-Garten-Ergebnis
Kung-Fu-Zwischenstand
Tangram-Ergebnis 1
Tangram-Ergebnis 2
Vortrag über das Backen von Glückkeksen
Die Klasse als Ganzes profitierte so von den Ergebnissen der einzelnen Gruppen.
Glückskeks öffnen
Was steht auf dem Zettel?
Vortrag: Die 4 edlen Wahrheiten des Buddhismus
Vorlage: Katze gelegt
Nachgelegt
Vorführung: Kung-Fu für die Klasse
Die Organisation des zeitlichen Ablaufs war sehr anspruchsvoll. Zum Glück hatten sich drei Eltern bereiterklärt, einzelne Projektgruppen zu unterstützen. So gab es eine Papier-Faltstunde ...
Faltkunstarbeit
Faltkunstergebnis
... und eine Einführung in die chinesische Kochkunst sowie in das Backen von Glückskeksen. Die entstandenen Kunstwerke wurden zur Dekoration des Klassenfestes verwendet und die Ergebnisse der Kochkunst genüsslich - selbstverständlich mit Stäbchen - vertilgt.
Küchenchefin
Chinesisch kochen
Kochkunst
Reisverteilung
Mit Stäbchen ...
... oder doch mit der Hand ...
... essen
Das Projekt verhalf allen Beteiligten zu einem großen Zuwachs an Wissen, Erlebnissen, Genüssen und Erfahrungen mit einer fremden Kultur.
Da - wie es in China üblich ist - zu Beginn jedes Schultages die chinesische Nationalhymne gespielt und Konzentrationsübungen durchgeführt wurden sowie eine Entspannungsphase (Meditation) den Tag abschloss, erfuhren die Kinder hautnah Rituale chinesischer Schulen.
Konzentration - schreiben
Kalligraphie
Das Meditieren klappte wider Erwarten ausgesprochen gut. Konzentriert und diszipliniert schafften die meisten Kinder täglich 10 Minuten in der Stille zu sitzen.
Entspannungstechnik - meditieren
Die Präsentation am letzten Projekttag konnte nur einen Bruchteil dessen wiedergeben, was die Kinder in dieser Woche gelernt und erlebt hatten.
die Flagge
die Löwen
die Zahlen
Kung Fu auf der Bühne
gebanntes Publikum
Dennoch kamen sehr viele interessierte SchülerInnen der anderen Klassen in den Pausen zwischen Bühnenauftritten, um sich über einzelne Themenschwerpunkte der China-Klasse zu informieren.
Messestände
So geht es
Nachmachen
Das Interesse wurde belohnt. Jeder Gast erhielt - wie an einem Messestand - Informationen im Gespräch. PowerPoint-Präsentationen bekam er zu sehen und ein Stück Bambusrohr gab es auch geschenkt.
Bambus für alle
Glückskeksprobe
PowerPoint-Vortrag
Gäste aus anderen Klassen nutzen den Raum der Stille
Ein Problem stellt sich für die Klasse aber nun doch: Welches Thema ist für das nächste, letzte gemeinsame Schuljahr zu wählen? Viele Alternativen bieten sich an: Die Türkei? Portugal? Afghanistan? Oder Kuba? Am liebsten wäre allen eine Exkursion in jedes dieser Länder.
Monika Lüthje-Lenhart
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