Nur die SchülerInnen der ersten Klasse kannten Frau Kammer und ihre Figuren des Puppentheaters noch nicht. Alle anderen erinnerten sich erstaunlich gut an den letztjährigen Besuch von Lupita, dem 10-jährigen Mädchen aus Mexiko, und ihrem Freund, dem Hasen Rodolfo.
Lupita und ihr Freund, der Hase Rodolfo
Dieses Mal erzählte Lupita von ihrem Tagesablauf, der mit dem der Kinder aus Wössingen wenig gemeinsam hat. Sie muss den ganzen Tag hart körperlich arbeiten. Die Schule besucht sie nicht, weil sie gar keine Zeit dazu hat und, weil sie nur ein Mädchen ist. In die Schule gehen zu dürfen, davon kann sie nur träumen. Sie bringt Wasser vom Fluss ins Haus, sie trägt Holz, wäscht Wäsche und näht ihre Kleider selbst. Lupita war sehr überrascht, als sie sich bei den Wössinger Kindern über deren Tagesablauf erkundigte. Die Jungs müssen nicht auf dem Feld arbeiten? Eine Waschmaschine erledigt die Wäsche? Es gibt sogar Trockner? Das kannte Lupita alles nicht.
Pepita trägt Holz.
Am Ende des interaktiven Puppenspiels mischte sich Mutter Natur in die Diskussion ein. Sie forderte eine gerechtere Welt, in der Menschen wie Lupitas Familie keine Angst haben müssen vor Hubschraubern, aus denen auf sie geschossen wird. Eine Vielzahl von Wünschen brachte sie vor. Von einem fairen Lohn für die Kaffeeerntehelfer über die Schonung der Umwelt bis zum Recht auf Schulbesuch für jedes Kind - egal ob Junge oder Mädchen - war da die Rede. Dafür öffnete sie ihre Augen, die sie vorher abwartend geschlossen gehalten hatte. Die Kinder waren sehr beeindruckt.
Gespannte Aufmerksamkeit
Eines gaben die Wössinger GrundschülerInnen aber gerne zu. Das Baden im Fluss mit dem kleinen Bruder würde ihnen auch gefallen, so wie Lupita, die trotz ihrer schweren Lebensbedingungen fröhlich und zuversichtlich wirkte. Hierbei würden sie gerne einmal mit ihr tauschen.
Mutter Natur, Lupita und der Mond in Mexiko
Die Puppenspielerin besucht auch gerne weitere Schulen, infos dazu unter www.pbideutschland.de.
Monika Lüthje-Lenhart
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